Hufbeschlag

Barfuß gehen oder beschlagen?

Es gibt Pferde, die trotz jahrelangen barfuss gehen noch immer druckempfindlich sind. Nicht jedes Pferd ist zum barfuss gehen geeignet.

Folgende Umstände spielen eine Rolle:

  1. Das Gewicht des Pferdes:
    Schwere Pferde gibt es erst, seit man solche gezüchtet hat. Die Hufe halten dem Gewicht ohne Druckverteilung durch die Hufeisen oft nicht stand. Die Folge sind klamm gehende Pferde, Hornspalten, Hufabszesse o.ä.
  2. Die Hornqualität:
    Mürbe Hufe werden immer mürbe bleiben, weil dies genetisch vererbt wird. Die Hornqualität von mürben Hufen kann mittels Therapie kaum beeinflusst werden. Diese Hufe zählen auch zu den kranken Hufen.
  3. Die Belastung durch den Reiter oder Fahrer:
    Wie schwer ist der Reiter?
    Springt er mit dem Pferd?
    Fährt er auf Asphalt?
  4. Die Bodenbeschaffenheit:
    Die Wege auf denen sich Prezwalskypferde bewegten unterscheiden sich von unseren heute geteerten und gekiesten Wegen!

Resümee:
Wenn es möglich ist, das Pferd barfuss gehen zu lassen, ohne dass es klamm geht und ohne dass sich der Huf negativ verformt, so soll man auf keinen Fall Hufeisen aufnageln.

Vordereisen/Hintereisen

Warum werden manche Pferde an den Vorderextremitäten mit hinteren Hufeisen beschlagen?

Der Unterschied zwischen Vorder- und Hintereisen liegt in der Form und in der Anzahl der Aufzüge (Kappen).

Vordere Hufeisen sind rund und haben eine Zehenkappe.
Hintere Hufeisen sind hochoval-6-eckig und haben zwei seitliche Zehenkappen (zwischen 1. und 2. Nagelloch).

Seitenkappen sind Aufzüge, die sich zwischen 2. und 3. Nagelloch befinden oder noch weiter hinten. Sie haben orthopädischen Korrektureffekt, ähnlich einer Zahnspange. Kappen oder Aufzüge nennt man die ohrenförmigen Eisenteile, die sich am Hufeisen vorne oder seitlich befinden.

Warum überhaupt Kappen?

Man sagt, eine Kappe bietet den gleichen Halt wie 2 Hufnägel.

Warum gibt man dann nicht generell 2 oder mehrere Kappen?

Nachteile:

Vorteile:

Resümee:
Wenn der Huf regelmäßig wächst, das heißt kaum ungleiche Seitenwände zeigt und das Hornwachstum nicht allzu schnell erfolgt bzw. die Hufkorrektur nicht zu lange auf sich warten lässt, kann man hintere Hufeisen an den Vorderextremitäten empfehlen.

In welchen Abständen sollen Pferde beschlagen werden?

Je nach Frohwüchsigkeit der Hufe muss man Pferde frühestens nach 4 Wochen und spätestens nach 4 Monaten beschlagen. In der Regel wird alle 2 Monate beschlagen. Der Huf wächst im Winter meist etwas langsamer als im Sommer, wodurch sich das Beschlagsintervall oft um Wochen verschiebt. Das Wachstum der Hufe ist auf Grund des fehlenden Nährstoffgehaltes im Futter (Heu) im Winter, im Gegensatz zum Sommer (Weide) wechselhaft.

 

Hufpflege auch dann wenn nichts nachwächst?

Hufpflege soll immer betrieben werden, wobei bei nicht wachsenden Hufen sich die Hufpflege anders gestaltet, als bei wachsenden Hufen. Hufpflege beginnt bereits mit dem Auskratzen der Hufe, um Strahlfäule und Lahmheiten aufgrund von eingetretenen Steinen vorzubeugen. Laut Prof. Hertsch von Berlin sollte jeder Huf täglich mindestens 15 Minuten mit Wasser in Kontakt kommen. Damit bleibt er elastisch und gesund. Im Wildpferdeleben ist diese Bedingung selbverständlich, da sich der Huf durch den Kontakt mit dem Tau des Grases genug Feuchtigkeit holt. Bei uns herscht leider die Unsitte oder sollte ich besser sagen das Unwissen Hufe einzufetten mit dem Zweck der Geschmeidigmachung. Dies ist insofern als kontraproduktiv einzustufen, weil ja jeder weiss, dass Fett wasserabweisend ist- also fetten nur nachdem der Huf entsprechend lange mit Wasser in Kontakt war oder gar nicht fetten. Will man das Hornwachstum steigern, so reibe man den Kronsaum, von dem aus das Hornwachstum stattfindet mit Lorbeerblattöl oder einem leicht hyperämisierendem Mittel ein. Was das Hornwachstum besonders fördert ist das Barfußgehen auf weichen Böden, da der Strahl durch Druck-Zugmechanismus die Durchblutung stark fördert und damit das Wachstum ankurbelt. Auch bei beschlagenen Pferden gibt es Möglichkeiten diesen Mechanismus zu fördern. Man muss also nicht zwingend auf Hufeisen verzichten. Zusätzliches Füttern von Biotin (oft als Vitamin H bezeichnet) steigert die Qualität des Hufhornes, wobei man etwas Geduld haben muss, da das Wachstum des Hufhornes bis es an den Tragrand kommt ein Jahr dauert.

Ergänzungen erfolgen nach und nach und sind auch von Ihren Anfragen abhängig! Schicken Sie also ein Mail und fragen Sie!

Zurück